Karl-Heinz Barthelmeus, Schauspieler,
und schon ein gut Stück über Sechzig hinaus, zählt zu jenem Berliner Urgestein, von dem Fontane geschrieben hätte,
aber eines von der milderen Observanz,
eines jener erquicklichen Originale,
bei denen sich selbst die Schwächen in Vorzüge verwandeln.
Nun steht der Schauspieler Karl-Heinz Barthelmeus in Berlin auf dem Gendarmenmarkt in Betrachtung des Denkmals für Friedrich von Schiller, einem der frühen Hauptwerke des Bildhauers Reinhold Begas.
Die weiblichen Sockelfiguren stellen die lyrische und die dramatische Dichtkunst, die Geschichtsschreibung und die Philosophie dar. Schon in seiner Schulzeit hatte Barthelmeus mit der linken, vorderen, der der lyrischen Dichtkunst geliebäugelt. Schillers Balladen trugen maßgeblich dazu bei, den Beruf des Schauspielers zu ergreifen.
Immer wieder geschieht es mir, sagt der Stadtbild – Erklärer Barthelmeus, daß ich zwischen den Fingern den Stoff eines Kleidungsstückes auf seine Qualität hin prüfe, eine typisch, berufsspezifische Handbewegung, – Ja was denn nun, Schauspieler oder Stadtführer oder was? – Vergessen Sie’s! Ich habe auch mal was Anständiges gelernt, Textilkaufmann, aber das ist sehr lange her.
Doch lassen Sie uns noch einen Augenblick bei der Muse der lyrischen Dichtkunst bleiben, ihr gehört mehr als nur meine heimliche Liebe. Es war am 18. Oktober 1974, da gab ich meinen ersten Rainer Maria Rilke – Abend, seit dem sitze ich als Rilke – Interpret immer wieder auf dem Podium. – So mag diese Webseite auch ein Forum zum Austausch sein. Wie läßt Fontane den alten Stechlin sagen,
Unanfechtbare Wahrheiten gibt es überhaupt nicht, und wenn es welche gibt, so sind sie langweilig.
Und weiter schreibt Fontane über ihn:
Er ließ sich gern was vorplaudern und plauderte selber gern.

 

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